Förderpreis Arbeit - Sicherheit - Gesundheit Ideen im Blick

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OPTERRA Zement GmbH Werk Wössingen


Walzbachtal

Hans-Joachim Kelter

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Stephan Schenk
Sebastian Wawrzynek
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Einrichtung einer Sicherheitszentrale bei Großreparaturen

Die Koordination von Fremdfirmeneinsätzen ist eine wichtige Aufgabe der Prävention. Dies gilt umso mehr, wenn wie beim „Winterstillstand“ des OPTERRA-Werks Wössingen bis zu 250 Beschäftigte von Fremdfirmen gleichzeitig im Betrieb eingesetzt werden. Mit einer eigens dafür geschaffenen Sicherheitszentrale gelingt es, die Abläufe zu systematisieren und die Kommunikation auch in puncto Arbeitsschutz entscheidend zu verbessern.

Der Zementhersteller OPTERRA ist Mitglied des CRH-Konzerns. Das Werk Wössingen in der Nähe von Karlsruhe beschäftigt mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und verfügt über einen fünfstufigen Wärmetauscherturm sowie einen Klinkerkühler.

Jedes Jahr beim Winterstillstand werden neben den eigenen Mitarbeitern etliche Mitarbeiter von Fremdfirmen für Spezialaufträge in den Ablauf eingebunden. Dazu gehören Reparaturen in den Bereichen Feuerfest, Rohrleitungen, Maschinen- und Motorenwartung sowie Fördereinrichtungen. Bis zu 250 zusätzliche Personen können dabei im Werk sein – eine große Herausforderung auch für den Arbeitsschutz. Um diese Fremdfirmen und deren Mitarbeiter zu koordinieren und ein sicheres Arbeiten ohne Arbeitsunfälle zu gewährleisten, wurde eine Sicherheitszentrale als Anlaufstelle für alle Anfragen, Erlaubnisscheine und Genehmigungen eingerichtet, an der sowohl der Leiter Arbeits- und Gesundheitsschutz als auch das gesamte Werksführungsteam beteiligt ist.

Das Ziel ist die Gewährleistung eines sicheren Arbeitsumfeldes im Rahmen einer Großreparatur, die Koordination von eigenen Beschäftigten und denen von Fremdfirmen auf zum Teil engsten Raum. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass die gesamte Administration etwa zu Erlaubnisscheinen und Arbeitsfreigaben an einer Stelle zentral zusammenläuft. Die Sicherheitszentrale ist Montag bis Freitag jeweils von 7 bis 18 Uhr mit einem Mitglied des Werksleitungsteams (Abteilungsleiter inklusive Werkleiter) besetzt. Dadurch wird diesem Personenkreis zum einen das Tagesgeschäft eines Sicherheitskoordinators nahegebracht, zum anderen wird den Beschäftigten und Vorgesetzten der Fremdfirmen die Wichtigkeit des Themas „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ vor Augen geführt. Bei Arbeitsbeginn aller Fremdfirmen, die mehr als 100 Stunden Arbeitseinsatz leisten, führt der Werkleiter zusammen mit dem Inhaber oder Geschäftsführer der Fremdfirma eine Sicherheitsbegehung im Arbeitsbereich der Fremdfirma durch, um den Mitarbeitern den Schulterschluss zwischen Auftraggeber und der Fremdfirma zu demonstrieren.

In der Sicherheitszentrale werden zudem Unterweisungen aller Unternehmen koordiniert, Gefährdungsbeurteilungen überprüft und Helm-Plaketten ausgegeben.

Die Erfahrungen geben dem Konzept recht. Von den Fremdfirmen werden die verbesserte Informationslage unter allen Beteiligten, Kenntnisse und dadurch Akzeptanz der Auftraggeber-Sicherheitsregeln, das Vermeiden von unkoordinierten Arbeiten und das Bereitstehen eines kompetenten Ansprechpartners besonders geschätzt.

Seit rund 4.000 Tagen hat sich in diesem Unternehmen kein Unfall eines Fremdfirmenmitarbeiters mehr ereignet.

2017



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